Wissenswertes zu Bienengift
Die Biene schenkt uns längst nicht nur Honig: In der Api-Therapie werden ihre zahlreichen, kostbaren Rohstoffe wie Gelee Royale, Propolis oder auch das Bienengift seit Jahrtausenden als potente Heilmittel genutzt.
Oft wird angenommen, dass Bienengift-Cremes oder Bienengift-Salben automatisch Rötungen und Hitzebildung auf der Haut verursachen. Das trifft auf reines, natürliches Bienengift nicht zu. Echtes Bienengift hat weder einen wärmenden noch einen kühlenden Effekt auf der Haut, solange es nicht in Form eines Stiches unter die Haut ins Gewebe injiziert wird.
Wenn auch eine Wärmewirkung gewünscht ist, wird diese in den Produkten meist über Zusätze wie Capsaicin (Chili-Extrakt) erzeugt – nicht durch das Bienengift selbst.
Bienengiftsalben von Schloßwald-Bienengut®
Ein Bienenstich – Was passiert?
Selbstlos wehrt eine Biene ihre Feinde ab: Sie sticht zu und injiziert ihr Gift – welches im Fachjargon auch Apitoxin genannt wird.
War der Feind ein Mensch oder ein Säugetier mit elastischer Haut, dann bleibt der Stachel dank seiner feinen Widerhaken mitsamt dem Stechapparat in der Haut stecken. Die Biene selbst wird in Folge ihrer Verletzung nach 1–3 Tagen versterben.
Wenn sich eine Biene jedoch gegen andere Insekten verteidigt, kann sie ihren Stachel mehrmals verwenden. In diesem Fall brechen die feinen Widerhaken des Bienenstachels beim Durchdringen des harten Chitinpanzers des Gegners ab und die Biene wird ihren Stachel behalten.
Tipp:
Werden Sie von einer Biene gestochen, so gilt es Ruhe zu bewahren und den Stachelapparat durch Kratzen (z.B. mit einem Fingernagel) zu entfernen. Niemals mit zwei Fingern Druck auf die Giftblase ausüben – Sie spritzen sich damit sonst zusätzliches Gift in Ihr Gewebe und intensivieren den Stich. Bei Atemnot, Schwindel, Übelkeit oder grossflächigem Ausschlag: sofort Notruf.
Entstehung und Gewinnung
Seinen Ursprung findet das Bienengift in den Giftdrüsen des Stachelapparats jeder Arbeitsbiene. Ab dem dritten Lebenstag beginnen diese Drüsen das Gift zu produzieren, und bei 2–3 wöchigen Bienen ist dann die maximale Produktionsrate erreicht. Eine Arbeitsbiene verfügt in ihrer Giftblase im Durchschnitt über 0.1 mg Bienengift (bezogen auf die Trockensubstanz), welches sie stets zum Einsatz bereit hält.
Soll der wertvolle Wirkstoff Apitoxin nun gewonnen werden, so funktioniert dies – vereinfacht dargestellt – folgendermassen: Die Bienen stechen hierbei auf einer Vorrichtung durch feine Folie/Tuch und sondern einen Teil ihres Giftes auf eine darunter befindliche Glasplatte ab. Auf diese Art und Weise wird Bienengift seitens des Menschen zu therapeutischen, medizinischen oder kosmetischen Zwecken «geerntet», ohne dass die Bienen selbst dabei zu Schaden kommen.
Zusammensetzung des Bienengifts
Das frisch ausgeschiedene Bienengift ist eine sirupähnliche, gelblich opaleszierende Flüssigkeit. Sein Geschmack ist bitter, der Geruch leicht süsslich und der pH-Wert sauer (zwischen 4.5 und 5.5). Der Wassergehalt von Bienengift variiert zwischen 55 und 70 %.
Das Bienengift ist ein äusserst komplexes Gemisch, das zum grössten Teil (80 %) aus Eiweissen besteht. Die Eiweisse sind entweder grossmolekular (Proteine) oder kleinmolekular (Peptide). Die wichtigsten kleinmolekularen Verbindungen sind die biogenen Amine und die Alarmpheromone. Der «giftige Cocktail» besteht aus mindestens 18 verschiedenen, pharmakologisch wirksamen Bestandteilen, von denen bis zum heutigen Tage nicht alle wissenschaftlich endgültig erforscht sind.
Anwendung
In der Apitherapie wird Bienengift seit Langem genutzt. Heute erfolgt die Anwendung meist als Creme/Gel (äusserlich) oder in spezialisierten Verfahren. Mögliche entzündungsmodulierende Effekte werden diskutiert; die Studienlage ist je nach Indikation unterschiedlich und teils begrenzt.